Ben und die Ärzte…

Heute waren wir beim HNO-Arzt. Vierteljährliche Kontrolle. Das Paukenröhrchen aus dem rechten Ohr war bereits im Januar (OP war im Sommer 2019) wieder draußen, das „Röhrchen“ – ich war sehr über die Größe überrascht, es war miniklein – aus dem linken Ohr wurde heute entfernt. Die Belüftungssituation ist damit in beiden Ohren wieder sehr schlecht und wir müssen immer mit Ergüssen in beiden Ohr rechnen. Wir sollen Bens Ohren, auch bei warmen und sommerlichen Temperaturen unbedingt vor Wind schützen (Mütze / Stirnband), um Mittelohrentzündungen möglichst zu vermeiden. Es ist natürlich für Außenstehende immer ein komisches Bild, wenn ein Junge in Bens Alter bei warmen Temperaturen mit einer Mütze zu sehen ist – es hat aber seine berechtigten Gründe. Und wir achten da sehr drauf. Ich manchmal vielleicht etwas übertrieben, aber wer mehrmals hintereinander Mittelohrentzündungen bei seinem Kind erlebt hat, wird mich verstehen. Wir sollen darauf achten das Bens Nase immer frei ist. Dafür verwenden wir ab sofort wieder 2 x täglich eine Nasendusche die wir für Ben in der Apotheke besorgen. Seine Rachenmandel wurde bei der OP im Sommer gekappt – sie versperrte durch Infekte (dann vergrößert sich die Rachenmandel) die Gehörgänge von Bens Ohren. Dadurch konnte das Sekret oder auch Schnotter – weiß nicht wie ich das unverblümter beschreiben soll🤷‍♀️ – nicht ablaufen und suchte sich seinen Weg über die Ohren nach draußen.

…das die Gehörgänge bei Menschen mit Trisomie 21 ziemlich waagerecht verlaufen…

… bei uns „Normalos“ (wenn ich das so sagen darf😉) sind diese angeschrägt, kann Sekret z.B auch aus dem Nasenbereich nicht so gut abfließen und es entstehen diese Paukenergüsse. Die Ärztin begutachtete heute auch Bens Gaumenmandeln – die wirklich sehr groß sind (das ist uns Eltern auch bereits aufgefallen) – hoffen wir mal das die keine Probleme bringen und drin bleiben dürfen. Aber all diese Gegebenheiten tragen im ungünstigsten Fall dazu bei, das Ben sich mal wieder mit „leckenden Ohren“ und auch Schmerzen & Fieber quälen muss. Zudem hört Ben in diesen Situationen auch „noch“ schlechter – oder liegt das vielleicht auch am Alter des Austesten🙄🙈?! Momentan werden Operationen, um Paukenröhrchen zu setzen ausgesetzt. Aber wir bzw. unser Sonnenschein werden auf kurz oder lang wohl nicht um eine weitere OP rum kommen. Dann werden allerdings andere Röhrchen (längere) eingesetzt, damit sie für 2-3 Jahre im Ohr bleiben. Da bei dieser Operation keine Rachenmandeln gekappt werden muss, wird das ganze Ambulant erfolgen und Ben darf am selben Tag wieder mit nach Hause. Wenigstens das! Ende Mai haben wir den nächsten Kontrolltermin, hoffen wir mal das es bis dahin ruhig bleibt!

In der kommenden Woche Mittwoch folgt dann übrigens ein nächster, gefürchteter aber dennoch sehr wichtiger Termin für uns. Wir fahren mit Ben ins Kinderkrankenhaus nach Altona und hoffen sehr, das wir zum Thema „schwere Hüftdysplasie“ eine positive 3. Meinung bekommen werden. Drückt uns die Daumen!

HNO Arzt – Pädaudiologie

Ben und ich hatten Donnerstag früh einen Termin in der HNO-Klinik. In der Pädaudiologie, um genau zu sein.

Definition: Die Pädaudiologie (von griechisch pais, Kind) ist sowohl als Wissenschaft von Hörstörungen (des Hörens) und der Auditiven Wahrnehmung im Kindesalter ein Teilgebiet der Audiologie (der Wissenschaft des Hörens) als auch ein Fach der klinischen Medizin, das sich mit der Diagnostik und Therapie kindlicher Hörstörungen befasst. (Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pädaudiologie)

Das Bild ist vom vorletzten Besuch. Der Papa ist so oft es ihm möglich ist bei den Terminen mit dabei.

Ben hat im Juni letzten Jahres Paukenröhrchen gesetzt bekommen und die Rachenmandel wurde gekappt. Auf Grund von zahlreich aufeinanderfolgenden Infekten, begleitet von immer wiederkehrenden Mittelohrentzündungen und der zwingenden Gabe von Antibiotika, haben wir uns schweren Herzens und im Interesse unseres Kindes dazu entschieden, dass Ben Noah Paukenröhrchen bekommt und die Rachenmandel entfernt werden soll. Nachdem wir alles Mögliche an Naturprodukten und Medizin ausprobiert hatten, haben wir uns in Absprache mit Bens HNO-Ärztin zu diesem Eingriff entschieden. Das war keine einfache Entscheidung, die wir uns alles andere als leicht gemacht hatten.

Es stand nach der OP eine eventuelle mittelgradige Schwergörigkeit im Raum. Die Häufigkeit einer Schwerhörigkeit bei Kindern mit dem Down Syndrom (und natürlich allen anderen Kindern ebenfalls) fordert frühzeitige und regelmäßig stattfindende pädaudiologische Untersuchungen. Eventuell braucht ein Ohr unseres Kindes ein Hörgerät – das war die vorläufige Aussage nach der Operation. Das konnten wir mit dem gestrigen Termin, mit dem gestrigen Hörtest ausschließen💪. Ben saß auf meinem Schoß und bekam Kopfhörer aufgesetzt. Die nette Frau, die den Test mit Ben durchführte, setzte sich uns gegenüber und ließ verschiedene Töne (Bus, Vogelgezwitscher etc.) erklingen und beobachtete dabei Bens Reaktionen, ob und bei wieviel Dezibel Bens Augen oder eine Kopfbewegung anzeigten, das er etwas hörte. Das wurde einmal beim linken und einmal beim rechten Ohr durchgeführt. Kein Hörgerät, das ist für uns ein mega Ergebnis und mal wieder eine tolle Entwicklung für Bens weiteren Werdegang! Es wäre auch kein Beinbruch gewesen, wir freuen uns aber über alles was unserem Sohn „erspart“ bleiben kann. Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie unfassbar lieb unser kleiner Engel bei den Untersuchungen ist und alles ganz tapfer meistert und mit sich „machen“ lässt. Wir sind so so stolz auf Ben, in einfach jeder Hinsicht.

Das Bild ist vom vorletzten Besuch. Der Papa ist so oft es ihm möglich ist bei den Terminen mit dabei.

Wir werden weiterhin alle 6 Monate zur Untersuchung in die Sprechstunde der Pädaudiologie fahren und alle 3 Monate Bens HNO-Ärztin konsultieren. Das sind Termine die so wichtig für Ben sind, damit wir zum Beispiel bei Bedarf frühzeitig aktiv werden können, um ihm die absolut besten medizinischen Möglichkeiten und Voraussetzung für den bestmöglichen Verlauf bieten und ihn fördern zu können. Eine Hörstörung kann eine der Ursachen sozial-kommunikativer Einschränkungen von Kindern und Jugendlichen mit Down-Syndrom (und allen anderen Kindern wie Jugendlichen natürlich auch) sein und wenn wir ihm diese ersparen können, dann setzen wir da alles dran.

Was nicht ganz zufriedenstellend war, wir konnten keinen Druck messen, da die Paukenröhrchen bereits ihre ursprüngliche Position verlassen haben und schon am Rauswachsen sind. Das werden wir aber beim nächsten Termin nachholen. Ende des Monats haben wir einen nächsten Routinetermin bei Bens HNO-Ärztin. Da könnte es sein, dass die Ärztin die Paukenröhrchen bereits entnehmen kann. Damit dies weniger unangenehm für Ben wird, verabreichen wir ihm bis dahin ein Medikament direkt in die Ohren.

Dann müssen wir erstmal abwarten. Sollten Bens Ohren keine „Probleme“ mehr bereiten, brauchen wir erstmal mit keiner weiteren OP, in der neue Röhrchen gesetzt werden würden, planen. Sollten Ben erneut Mittelohrentzündungen heimsuchen und quälen und sollte die Druckmessung nicht genügend Hörleistung hergeben, müssen wir einen weiteren Eingriff mit anderen Stäbchen in Betracht ziehen. Aber das gilt es abzuwarten und die Daumen zu drücken.