Schockmoment – hat nicht direkt was mit T21 zu tun – ist uns aber wichtig!!!

Ostermontag- Abendessen. Leni und Ben lassen sich noch ein Stück Gurke schmecken. Der Papa druckt gerade etwas aus und ist nicht im Raum. Ich sitze Ben gegenüber – mit einem Mal schaut er mich mit großen Augen an und bekommt keine Luft mehr. Ich springe auf und schreie parallel ganz hysterisch nach Christoph! Ich bin da und stehe irgendwie doch eher neben mir. Christoph reißt die Tür auf und fragt panisch was los ist – ich weiß gar nicht mehr was ich ihm genau gesagt habe… nur das er was tun soll – ich hatte das Gefühl die Situation komplett und hilflos aus der Hand zugeben – aber ich war wie erstarrt!!! Ich schnallte Ben ab und blickte immer wieder in sein von Panik verzogenes Gesicht und wollte einfach nur, das es aufhört! Ich wollte das er wieder atmet und alles gut ist! Christoph nahm Ben aus seinem Stuhl und steckte ihm den Finger in den Hals, er versucht Ben zum Würgen zu bringen – was auch augenscheinlich funktionierte – dann aber doch wieder in Panik überging, weil Ben immer noch nicht wirklich befreit gewesen ist. Christoph sagte nebenläufig das ich anrufen soll, er meinte einen Notdienst – ich blendete das aber vollkommen aus – ich konnte jetzt nicht weggehen, ich wusste auch gar nicht wo mein Handy liegt. Ich nahm Christoph Ben weg, drehte ihn auf den Kopf und klopfte mehrfach heftig auf seinen Rücken. In meiner Angst vielleicht zu heftig, vielleicht aber auch genau richtig🤷‍♀️?! Ben fing an zu weinen und in dem Augenblick wussten wir das diese Situation geschafft war. Ich nahm Ben wieder hoch, schaute in sein Gesicht und drückte ihn innig an meinen Körper. Ich setzte mich mit meinem weinenden und verängstigen Kind im Arm erschöpft auf den Boden und hielt Ben ganz fest.

Ich musste mich sehr zusammenreißen nicht mitzuweinen. Christoph kniete sich zu uns runter und hielt uns beide ganz fest, streichelte unsere Köpfe immer wieder und versicherte sich, ob es uns gut geht. Leni saß in ihrem Hochstuhl und beobachtete die Situation ganz ruhig. Dieser Moment ging sicher keine Minute – es kam uns aber vor wie eine Ewigkeit! Eine Ewigkeit der puren nackten Angst und Hilflosigkeit. Christoph sagte im Nachhinein, dass er das Stück Gurke im Hals spürte! Was für eine krasse und unfassbar beängstigende Situation. Nie wieder bitte – die Kinder bekommen die nächste Zeit, bis sich diese Erfahrung etwas gelegt hat, ganz sicher auch nur noch Scheiben und Kleingeschnittenes. Ich habe entsprechend recherchiert und möchte euch „erinnern“ was in so einem Fall zu tun ist. Vielleicht hilft es euch einmal in einer ähnlich brenzligen Situation?! Aber vorrangig hoffe ich sehr, dass es Jedem erspart bleibt!

Vorweg, sollte ein Erstickungsanfall drohen, weil ein Gegenstand verschluckt wurde – darf man KEINE Beatmung beginnen, solange sich der Fremdkörper noch in den Atemwegen befindet. Bleibt ein verschluckter Gegenstand trotz Sofortmaßnahmen weiterhin stecken, muss sofort ein Rettungsdienst gerufen werden.

Nachfolgende Anleitung / Erklärung habe ich von der Internetseite des DRK! Und ich hoffe es ist in Ordnung das ich mich dieser Ausführungen angenommen und sie verwendet habe?! Falls nicht, bitte kurze Nachricht an mich und ich lösche die Beschreibungen!

➡️Quelle: https://www.drk.de/hilfe-in-deutschland/erste-hilfe/ersticken/

Erstickungsgefahr erkennen

  • Atemnot
  • Evtl. starker Hustenreiz
  • Pfeifendes Atemgeräusch
  • Blau-/Rotfärbung des Gesichtes
  • Evtl. fehlende Atmung

Erste Hilfe Maßnahmen bei Ersticken

Fall 1: Der Betroffene kann sprechen, atmen und husten

  • Fordern Sie den Betroffenen auf, kräftig zu husten.
  • Bei ausbleibendem Erfolg: Notruf 112.
  • Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes beruhigen, betreuen, trösten und beobachten.

Fall 2: Der Betroffene kann nicht sprechen, atmen und husten

  • Dem nach vorne gebeugten Betroffenen bis zu fünf Mal zwischen die Schulterblätter schlagen, um den Fremdkörper zu entfernen.
  • Nach jedem Schlag überprüfen, ob der Fremdkörper sich gelöst hat.
  • Bei ausbleibendem Erfolg: Notruf 112.

Fall 3: Wenn der Betroffene zu ersticken droht

  • Der Helfer stellt sich hinter den Betroffenen.
  • Den nach vorne gebeugten Betroffenen mit beiden Armen von hinten um den Bauch fassen.
  • Eine geballte Faust in den Oberbauchbereich unterhalb des Brustbeins (zwischen Nabel und Brustbeinende) platzieren.
  • Mit der anderen Hand Faust umfassen und bis zu fünf Mal kräftig nach hinten oben ziehen.
  • Lässt sich die Atemwegsverlegung nicht beseitigen, müssen Rückenschläge und Oberbauchkompression im Wechsel solange durchgeführt werden, bis der Fremdkörper entfernt wurde oder der Rettungsdienst eintrifft.
  • Bei eintretender Bewusstlosigkeit und fehlender normaler Atmung Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen.

Hier noch ein Link zu einem kurzen Video zum Thema Kinder und Erstickungsanfall: https://m.youtube.com/watch?v=VqUqVNenwOQ

Habt alle einen schönen Abend und bleibt gesund!

Umzug und Logopädie

Nun war es hier einige Tage und Wochen sehr ruhig. Wir sind vor 14 Tagen umgezogen, in unser Eigenheim, und hatten und haben auch noch immer einiges zu schaffen. Trotz Covid 19 und „viel Zeit“ zu Hause, schaffen wir gefühlt gar nichts🙈.

Ben hatte sich ja bereits in der Bauphase sein Zimmer ausgesucht. Seine Auswahl ist auch bis zum Einzug geblieben. Er hat ein wunderschön helles Zimmer. Es ist sehr geräumig – bietet viel Platz zum Spielen & Spaßhaben – und durch die hohen Schrägen ist es absolut gemütlich und lädt zum Wohlfühlen ein! Jetzt fehlt nur noch sein Tipi-Zelt etwas Wandmalerei ☺️ und dann ist es perfekt.

Wir versuchen täglich mit Ben und seiner kleinen Schwester rauszugehen. Die neue Umgebung kennen wir schon „etwas“ es gibt trotz alledem noch viel zu entdecken. Was besonders schön ist, ist das die Molli gefühlt fast bei uns vorbei fährt. Die Kinder können sie vom Wohnzimmer aus und noch viel besser aus ihren Zimmern sehen! Etwas Bekanntes für Ben, was er mit Faszination beobachtet, auf das er gespannt wartet und mit Freude zuwinkt – auch wenn teilweise leider niemand zum Zurückwinken in den Wagons sitzt! Aber das stört unseren kleinen Entdecker zum Glück nicht.

Es ist schon unglaublich was zur Zeit geschieht. Oder besser gesagt was nicht geschieht. Die Welt scheint still zu stehen. Wir gehen unter der Woche frühs raus und wir treffen dabei kaum Menschen. Es fahren nur vereinzelt Autos an uns vorbei – wo sonst ein völlig anderes Verkehrsaufkommen herrscht. Den restlichen Tag über sehen wir viele Familien mit ihren Kindern spazieren. Es fühlt sich an als wäre es Sonntag – jeden Tag Sonntag – ganz nach dem Motto „täglich grüßt das Murmeltier“ – dabei ist es ein stink-normaler Wochentag und sollte eigentlich ganz anders verlaufen. Ben scheint die Situation ziemlich schnell und vor allem gut angenommen zu haben. Ich weiß gerade in diesem Moment des Schreibens gar nicht wie lange er schon zu Hause ist. Seit wann die Kitas geschlossen haben🤷‍♀️. Verrückte Zeit.

Etwas Bekanntes gibt es derzeit noch für Ben. Durch seine Diagnose Trisomie 21 erhält er 2 x die Woche Logopädie nach „Castillo Morales“ (für den Mundschluss) und 1 x die Woche Logopädie für die Sprachentwicklung. Diese 3 Einheiten finden derzeit in unserer Häuslichkeit statt (sonst sind diese in den Kitaalltag eingebunden). Logopädie ist Bestandteil der medizinischen Grundversorgung in Deutschland und bleibt daher aktuell und auf absehbare Zeit grundsätzlich geöffnet. Und für Ben ist diese Versorgung wichtig. Menschen mit dem Down Syndrom verfallen immer wieder in ihre alten hypotonen Angewohnheiten zurück, wenn sie nicht immer wieder „erinnert“ werden. Damit dies nicht geschieht darf die Logopädie weiterhin durchgeführt werden. Bens Therapeut besucht ihn mit Mundschutz und trägt Handschuhe – des Weiteren ist das Desinfektionsmittel nie außer Reichweite. Klar hat er im ersten Moment etwas befremdlich geschaut als Herr F. so „vermummt“ vor ihm stand – aber er lies es rasch zu.

Ben macht sprachlich gerade eine Entwicklung durch. Er brabbelt ganz viel & es ist manchmal so frustrierend für ihn und für uns natürlich auch, wenn wir nicht verstehen was er uns mitteilen möchte. Aber diese Erkenntnis ist gleichzeitig auch gut für ihn, denn dadurch kommt er sprachlich jetzt weiter.

Es ist in Zeiten wie diesen alles andere als einfach Entscheidungen über Kontakte zu treffen und eigentlich ist die Antwort im normalen Falle glasklar – wir haben diese, für die Logopädie, im Interesse für Ben getroffen und sind froh darüber ihm als Gewohnheitstier etwas „Gewohntes“ bis zu 3 x die Woche bieten zu können.

Ben = Gewohnheitstier

Ja, Ben ist definitiv Team Gewohnheitstier! Er hat einen ganz klaren Tagesablauf, den hat er absolut inne. Es gibt immer mal wieder Situationen in denen wir zu spüren bekommen was es bedeutet, wenn Ben aus dem Rhythmus kommt.

Ein wesentlicher Bestandteil ist der Sandmann. Jeden Abend – Ausnahmen bestätigen die Regel!

Anschließend machen wir den Fernseher aus und Ben geht ohne muh und mäh ins Bett. Das einzige was er nach dem Sandmann einfordert, sind seine 5-10 Minuten gute Nachtlieder bis er eingeschlafen ist.

– Diesen Text habe ich Tage bevor CORONA begann unser Leben stark zu beeinflussen begonnen zu schrieben. Das ich ihn wie folgt beenden würde – daran hab ich zu den Zeitpunkt im Traum nicht gedacht!!

Und jetzt wird dieser Fakt Ben = ein Gewohnheitstier ganz klar und deutlich sichtbar. Leni kennt den Kita-Alltag nach 3 Tagen Eingewöhnung noch nicht. Aber Ben fehlt sein strukturierter Tagesablauf. Man merkt das ihm die Kita und zum Teil auch seine Therapien fehlen die ihn einfach fordern aber seinem Alltag auch Sicherheit geben. Wir versuchen alles, um ihn bei Laune zu halten – aber er ist einfach ein Gewohnheitstier!!! Und das Leben was gerade gelebt wird ist gegen seine Gewohnheit! Ich hoffe sehr das, wenn das Schlimmste überstanden ist und der Kitaalltag langsam wieder starten kann, das Ben sich dann nicht zu sehr vom „normalen“ Leben entwöhnt hat.

Bensonnenscheinkind

Wir waren in der Mission Hauseinrichtung in einem großen Möbelhaus unterwegs. Wir haben uns zu Induktionstöpfe beraten lassen. Nach diesem Beratungsgespräch & mit der Verabschiedung wurden wir erstmalig in 3 Jahren offensiv auf Bens Trisomie 21 angesprochen.

Der Verkäufer drückte sich in etwa so aus. -Der Junge im Einkaufswagen (Ben), ist das ein Mongoloid?-

Die Bezeichnung ging ihm etwas schwer über die Lippen, aber nicht etwa aus Unsicherheit das zu fragen, sondern weil er das Wort nicht 100 % sicher wusste. Im ersten Moment dachte ich er will mich drauf hinweisen, das Ben nicht einfach so im Korbbereich – sondern im Sitz platz nehmen sollte. Aber das wir ein Gespräch über Bens Diagnose Trisomie 21 anfangen, kam mir im ersten Moment nicht in den Sinn. Der Verkäufer erklärte den Hintergrund seiner Frage, sein Sohn würde eine integrative Schule besuchen & das er Autismus hat. Er fragte uns, wie Bens sprachliche & allgemeine Entwicklung verläuft. Es war ein sehr angenehmes und offenes Gespräch – das uns, bzw. Ben gegenüber viel Interesse aufwies. Ich habe dem jungen Mann bei der Verabschiedung für seine Offenheit gedankt und das er sich getraut hat uns anzusprechen.

Ich empfand die Situation als ungewohnt. Aber ungewohnt schön! Nicht nur das unser Sohn mit all seinen wunderbaren Merkmale wahrgenommen wurde, sondern das eine aktive Kommunikation mit wahrem Interesse stattgefunden hat, das hat mich an diesem für ich magischen Moment fasziniert.

Ich wünsche mir mehr von diesen Menschen, die sich „trauen“ uns anzusprechen. Die sich trauen Fragen zu stellen. Die sich trauen Menschen mit dem Down Syndrom anzuschauen – wie jeden anderen Menschen auch. Traut euch Menschen mit Trisomie 21 in eure Mitte zu lassen – sie würden euch niemals ausgrenzen – im Gegenteil sie empfangen euch mit offenen Armen.

Da ich selber das erste Mal mit der Begrifflichkeit Mongoloid konfrontiert wurde, habe ich einmal etwas recherchiert und nachgelesen. Vielleicht interessiert euch die folgende Erklärung – die ich im Internet gefunden habe – und versetzt euch ebenso in staunen und regt zum Nachdenken an?!

Die Bezeichnung Down-Syndrom verweist auf den britischen Arzt und Apotheker John Langdon Down, der dieses Syndrom 1866 erstmals umfassend beschrieb.[2] Die ursprünglich von Down gewählte Bezeichnung war englisch Mongolian idiocy (mongoloide Idiotie, wovon sich der Ausdruck Mongolismus ableitet), da er vermutete, dass das Syndrom eine Rückbildung zu einem mongolischen Volksstamm sei, wegen der beim Downsyndrom charakteristischen Gesichtszüge und der Augenform, die an Angehörige einer asiatischen ethnischen Gruppe der „Mongolen“ erinnert. 1965 richtete die Mongolei an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) einen Antrag mit der Bitte, den Begriff Mongolian Idiocy und seine Ableitungen aufgrund der negativen sowie rassistischen Besetzung nicht mehr zu verwenden. Die WHO nahm diesen Antrag einstimmig an. Bereits 1961 hatte die renommierte britische Wissenschaftszeitschrift The Lancet auf die Bitte einer internationalen Gruppe von neunzehn anerkannten Genetikern die Bezeichnung in Down’s Syndrome(deutsch: Downsyndrom) abgeändert.[3] Die Verwendung des Begriffs Mongolismus nahm nach und nach ab und verschwand in den frühen 1980er Jahren, seitdem wurde er nur in Artikeln zur Geschichte des Syndroms verwendet. Die Bezeichnung Downsyndrom ist am weitesten verbreitet. Trisomie 21 wird bevorzugt verwendet, wenn auf die Störung in Verbindung mit anderen Chromosomenanomalien Bezug genommen wird.

Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Down-Syndrom

Außerplanmäßiger Zahnarztbesuch😫.

Es ist Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr. Ich bekomm den Schock meines Lebens. Ben rutscht wie jedes andere Mal auch, die Rutsche runter. Wie jedes andere Mal steht einer von uns unten um ihn „aufzufangen“. Dieses Mal ich. Wie jedes andere Mal rufen wir gemeinsam „auf die Plätze fertig los“ und klatschen in die Hände. Wie jedes andere Mal freut Ben sich und dreht sich auf den Bauch. Wie jedes andere Mal rutscht er runter. Dieses Mal stoppt er allerdings nicht, wie jedes andere Mal, bevor die Rutsche zu Ende ist. Er gleitet mir durch die Arme, ich war nicht darauf vorbereitet das er dieses Mal bis zum Ende rutscht und meine sicheren Arme benötigt die ihn auffangen. Er kommt mit den Knien auf dem Boden vor der Rutsche auf und knallt mit voller Wucht mit dem Mund gegen das Metallende der Rutsche….😰

Mein Mutterherz ist geschockt und völlig überfordert. Ich habe mein schreiendes Kind in Windeseile zu mir auf den Arm genommen und bin zur nächsten Bank gerannt. Ich blendete alles um mich herum aus. Nicht einmal die anderen Eltern auf dem Spielplatz nahm ich mehr für voll. Mein Fokus war einzig und alleine auf Ben gerichtet. Ich wusste noch nicht wo genau Ben sich wehgetan hat bis er auf seinen Mund zeigte und ich mir seinen blutenden Mund und seine Zähne ansah😭😫. Ich war noch mehr erschrocken und hätte einfach nur laut SCHEIßE schreien können. Ich nahm wahr, das Ben sich die vorderen Zähne angeschlagen hat und teilweise Zahnsubstanz abgebrochenen war. Jetzt durchströmte meinen Köper die blanke Panik. Wir rannten fast nach Hause. Zu Hause nahm der Papa Ben entgegen und kühlte mit ihm die Lippe. Ben hatte sich im Gegensatz zu mir schon wieder beruhigt.

Gestern Abend fing es beim Essen wieder an zu bluten, mir wurde ganz schlecht und ich konnte gar nicht hinsehen. Die Angst das es doch schlimmer ist als erwartet stieg. Der Papa kümmerte sich ganz liebevoll um Ben. Er ging mit ihm ins Badezimmer zum Zähneputzen, Ben ließ sich das gut gefallen. Heute früh wachte er mit eine dicken Blutkruste am ganzen Mund auf. Ben knirscht nachts viel mit den Zähnen… wahrscheinlich hat das dazu geführt das die Wunde auch nachts wieder blutete.

Wir waren beim Zahnarzt, es ist soweit alles iO, was für eine Erleichterung!!!! Es wurde alles so kinderlieb vorbereitet, mit einer Handpuppe und einem Elefanten auf den Geräten – da war selbst ich fast furchtlos😉. Ob es Schäden am bleibenden Gebiss gibt ist fraglich. Wir sollen ihn die nächste Zeit beobachten. Einen weiteren Termin im Februar gibt es schon – unser eigentlicher Kontrolltermin – da wird dann nochmal geschaut, ob es Veränderungen gibt?! Drückt die Daumen das Ben Glück im Unglück hatte🙏😘 .

Ben schaute sich ganz genau an, wie man richtig Zähne putzt☺️👍.

Was aber auch wieder total beeindruckend zu beobachten war, Ben war so tapfer!!! Viel tapferer als ich es war🥴!! Aber in diesem Zusammenhang fragen wir uns sehr häufig, über welches Schmerzempfinden verfügt unser Kind. Sehr oft, eigentlich jedes Mal sagt Ben keinen Pieps und lässt alles fast ohne Murren über sich ergehen🤷‍♀️! Irgendwann wird er soweit sein und uns dazu vielleicht was sagen können.

Wie alles begann… Fortsetzung 17

Die ersten Stunden zu Hause haben wir also den Umständen entsprechend gut verlebt. Mit dem Monitor sind wir allerdings keine Freunde geworden, nicht bis zum letzten Tag.

Der tägliche Kampf um die Gewichtszunahme forderte uns alles ab. Unsere Nachsorgeschwester Ute brachte zu jedem Termin eine Waage mit. Jedes Mal bevor es auf die Waage ging wurde mir ganz komisch. Im Hinterkopf immer den Gedanken und Druck, Ben muss zugenommen haben. Es machte mich ganz unsicher, weil ich nicht abschätzen konnte, ob die Tage so gut waren das Ben genug zu sich genommen hat und vor allem das er nicht zu viel wieder erbrochen hatte. Was wir in der Zeit an Spucktüchern gewaschen haben war schon extrem. Es gab keine Mahlzeit ohne vollgespuckte Tücher und Schultern. Um einfach mehr Sicherheit zu bekommen und um nicht immer von Ute abhängig sein zu müssen, organisierten wir uns eine Babywaage aus der Apotheke. Voller Freude das ich nun auch täglich beobachten und kontrollieren konnte, ob bzw. das Ben zugenommen hat, holte ich die Waage ab. So einfach wie ich mir das vorstellte wars leider nicht. Irgendwie funktionierte die Waage nicht richtig und ich musste sie zurückbringen und bat um eine geeichte Ersatzwaage. Ich glaube um die 0,20 Euro zahlten wir pro Tag Ausleihgeühr für die Waage. Diese Gewissheit und Sicherheit die wir erlangten, war jeden Cent wert und ich würde es immer wieder genau so machen. Die zweite Waage funktionierte also einwandfrei und wir konnten ab sofort das Gewicht von Ben im Auge behalten.

Es gab ein Blatt Papier auf unserem Wohnzimmertisch. Auf diesem Blatt notierten wir täglich, zu welcher Seite gerichtet Ben geschlafen hat – damit er einen schönen Hinterkopf bekommt, wie viel Ben gewogen hat VOR und NACH dem Füttern – um nachvollziehen zu können wie viel Ben aus meiner Brust getrunken hat zzgl. Flaschengabe und wir somit eine Gesamt-ml-Angabe hatten pro Mahlzeit. Ben wurde immer nackig gewogen – ohne Windel – das hätte das Ergebnis verfälscht. Und wenn die Windel einmal vergessen wurde abzunehmen, musste Ben noch einmal auf die Waage. Ich war so akribisch und penibel beim Notieren, ich raubte Christoph damit definitiv das eine oder andere Mal den letzten Nerv.

Die ersten Tage zogen ins Land. Wir spielten uns sehr gut ein. Leider mussten wir immer wieder mit Ben und seiner Nahrungsaufnahme kämpfen. Ben hatte zwischendrin immer wieder Momente in denen er schon recht wach war. Darüber freuten wir uns sehr. Nach knapp 5 Tagen zu Hause, kontaktierten wir in unserer Sorge und Not dann aber unsere Nachsorgeschwester Ute. Ben trank wieder sehr schlecht und schlief ständig ein beim Trinken.

Während ich Ben stillte, war er teilweise fast vollständig entkleidet und nur noch mit einer Windel bedeckt – er sollte es nicht zu „gemütlich“ haben und dadurch einschlafen. Außerdem konnten wir ihn so viel besser zum Weitertrinken animieren, in dem wir über seine nackten, sanften Füßchen oder den blanken Rücken streicheln konnten. Es war jedes Mal eine sehr unbehagliche Situation. Ben sollte sich doch wohlfühlen, sich sicher wie geborgen fühlen, er sollte es warm haben und sich gut aufgehoben fühlen. Aber wir mussten ihn mit den genannten Maßnahmen wach halten, immer wieder zum Trinken drängen und keine gemütliche Atmosphäre – wie man es sich eigentlich als Mama und Papa wünscht – schaffen. Wir mussten unseren kleinen, schwachen und sehr dünnen Schatz immer wieder „ärgern“, so fühlte es sich manchmal an auch wenn wir tief in uns wussten, das es nur zu seinem Besten war. Nach diesen knapp 5 Tagen zu Hause, half aber immer weniger. Wir brauchten für 40 ml 1 geschlagene Stunde. Und Ziel waren 80 ml. Ihr könnt euch denken wie es in uns aussah. Die Anspannung stieg wieder und die Stimmung sank.

Wie alles begann… Fortsetzung 15

In diversen Internet-Foren mit dem Thema „Ankunft des neuen Lebens“ wird ja immer wieder geschrieben und empfohlen, dass Mama und Papa sich Essen für die ersten Tage zu Hause vorbereiten und einfrieren sollen, da die frisch gebackenen Eltern keine Zeit haben sich etwas zu kochen🥴. Dem stimme ich voll und ganz zu. Ging bei uns aber nicht, wir brauchten unseren Tiefkühler ab jetzt für das weiße Gold – also alles raus und Platz schaffen. Gut das Familie im selben Haus wohnte, so war immer für uns gesorgt😘.

Die Milch floss und ich fror so viel ein wie nur ging. Von den anfänglichen Schwierigkeiten im Krankenhaus war nichts mehr übrig, zumindest nicht in Punkto fehlender Milch. Jetzt hatte ich, ich würde fast behaupten – Massen – zu bieten und es waren oft unschöne und schmerzhafte Situation. Häufig saß ich mit 2 Wärmflaschen unter den Achseln da und verschaffte mir Druckerleichterung. Was eine Frau in dieser Beziehung teilweise mitmachen muss, ist psychisch wie auch physisch eine harte Herausforderung! Ich liebe das Stillen wirklich sehr, aber es gibt diese dunklen Momente, die es gilt zu analysieren und Lösungen zu finden.

Jede abgepumpte Mahlzeit wurde akribisch dokumentiert, damit die Milch auch ja in der richtigen Reihenfolge entnommen wird. Und die frische Milch wurde immer nach hinten gestellt, wirklich immer, wie im Lebensmittelgeschäft. Denn die Zusammensetzung der Milch verändert sich mit der Entwicklung und den daraus resultierenden Bedürfnissen unseres Kindes. Wenn wir die Milch irgendwann nicht mehr in den Mengen brauchten, konnten und wollten wir sie zum Baden verwenden. Wir wollten einfach alles 100% richtig machen – nichts dem Zufall überlassen. Wir wollten das es Ben an nichts fehlt und er sich so gut wie es nur geht entwickeln kann!!

Besonders wichtig in der Anfangsphase war, das Ben an Gewicht zunimmt!! Er war ein schmaler kleiner Kerl. Das ist er auch heute noch. Unsere Nachsorgeschwester wies uns immer wieder liebevoll darauf hin. Das setzte uns Neueltern schon sehr unter Druck. Wir wussten aber auch wie wichtig das Thema Gewicht ist und was wir ganz sicher nicht wollten war, das Ben wieder ins Krankenhaus muss. Wir wollten das schaffen, wir wollten unserer Elternrolle und unserem Kind gerecht werden und wir wollten Ben ab jetzt ganz nah bei uns behalten. Daran sollte uns auch nichts hindern. Bis auf dieses ständige Piepen… . Ben wurde auf Grund der zwingend notwendigen Koffeingabe im Krankenhaus, mit einem Monitor entlassen. Das Ding war Fluch und Segen zugleich. Es gab uns Sicherheit – nahm uns aber gleichzeitig auch jede Unbeschwertheit die ersten Tage, Wochen und Monate mit unserem kleinen Engel. Dieses „kleine“ Accessoire sollte uns fortan für eine lange Zeit in einfach JEDER Alltagssituation begleiten, denn Ben sollte 24 Stunden am Tag damit überwacht werden.