Fortsetzung 1: Annehmen wie es ist…

… Ich bekam alle Berichte und die CD mit dem Röntgenbild, nachdem alles eingescannt und eingelesen war, zurück. Anschließend wurde mir gesagt wo wir Platz nehmen und warten sollten…

… wir gingen den Flur wieder Richtung Ausgang und nahmen vor Zimmer 1 Platz. Es war für ein Krankenhaus sehr wenig Betrieb! Die Menschen machten so gut es ging einen Bogen um einander. Wirklich viele trugen einen Mundschutz. Ben – zur Info / Erinnerung zwischendurch, ist jetzt 3 Jahre und 3 Monate – war nach der Autofahrt – ganz nachvollziehbar – nicht bereit stillzusitzen und wollte „umherlaufen“ und sich bewegen. Also gingen wir mit ihm den langen Flur mit 4 oder 5 Sitzinseln entlang. Vorbei am Glaskasten der Anmeldung bis hin zu den Treppen. Ich wollte umkehren und zurück zu Papa, das wollte Ben aber nicht. Also gingen wir noch die Treppen runter und hoch! Ben geht mittlerweile ganz toll und ziemlich sicher an einer Hand. Hängt sich dabei aber auch mit seinem Gewicht in die sichere Hand. Beim eigenständigen Gehen, ohne diesen Halt, tut er sich noch schwer. Wenn er uns entgegen läuft wird er immer hektischer und schneller, wenn er in unsere Nähe kommt und stürzt sich teilweise mit seinem ganzen Körper auf uns. Wir versuchen ihn immer wieder zum langsam Gehen zu animieren. Was er jetzt schon kann ist toll, jetzt müssen wir das ganze nur festigen. Ich nahm Ben auf den Arm und wir schauten uns die lustigen, bunten und kinderfreundlichen Bilder an den Wänden an und gingen langsam und „heimlich“ zurück zu Papa. Ben war so mobil das er nicht stillsitzen konnte und hangelte sich nach kurzer Verschnaufpause zur Sitzgruppe neben uns und versteckte sich. Gefühlt bin ich ihm die ganze Zeit mit Desinfektionsmittel hinterher gerannt. Die Gefahr und Bedenken sich mit Corona anzustecken waren natürlich in unseren Köpfen. Aber auch andere Krankheiten / Infekte sind nicht zu vergessen. Denn ich möchte nicht wissen, wie das Immunsystem nach 4 Wochen Isolation auf „ganz normale / typische“ Erreger reagiert? Und Ben gehört durch die Trisomie zu den immungeschwächten Kindern. Kennt sich da jemand von euch aus??

Wir warteten geduldig und beobachteten wie die kleinen Patienten vom Nebenzimmer reingerufen wurden – während wir immer noch warteten. Seit ca. 1,5 Stunden waren wir, mit Anmeldung etc., nun schon hier…! Ben meisterte die Wartezeit mit einer Engelsgeduld und genoss glaube ich, das er Mama und Papa mal wieder nur für sich alleine hatte!

Sorry die Bildqualität ist nicht so berauschend.

Und dann war es „endlich“ so weit, wir wurden ins Untersuchungszimmer gerufen. Die Ärztin war Ben gegenüber sofort sehr offen und interessiert. Sie schaute sich genau an, wie er herein gelaufen kam. Als nächstes sollten wir Schuhe, Socken und Hose ausziehen und Ben barfuß laufen lassen. Anschließend wurde Ben auf der Untersuchungsliege begutachtet und untersucht. Zu erst wollte er nicht recht, beruhigte sich aber sehr schnell. Es wurde geschaut, ob seine Beine gleich lang sind. Wie beweglich und biegsam er ist.

Das Menschen mit Trisomie 21 durch eine ausgeprägte Bindegewebsschwäche über übermäßig bewegliche Gelenke verfügen?

Ob es irgendwelche akuten Probleme gibt. Aber da hatten wir Glück. Bis hierhin war für uns die Welt auch noch in Ordnung. Wir hörten uns alles ganz genau an. Sie erklärte uns was „normal“ bei den Kindern mit dem Down Syndrom ist. Die Ärztin ging nach der Untersuchung zurück zu ihrem Schreibtisch und wir konnten Ben wieder anziehen. Genau in diesem Moment des Schreibens dreht sich gerade wieder alles in meinem Kopf und es rattert, wie vor einer Woche gegen 11:15 Uhr. Das Wort Operation fiel immer häufiger. Irgendwann jetzt fing ich an zu verstehen, das die 90% Sicherheit gnadenlos von den 10% Eventualität aufgefressen wurden. Mit einem Mal wendete sich das Blatt so drastisch das da 100% im Raum standen.

Fortsetzung folgt…

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