Annehmen wie es ist…

… manchmal bleibt uns im Leben ganz einfach nichts anderes übrig als Dinge so zu nehmen wie sie sind, egal wie schwer wir uns damit tun. Wir mussten die Aussage der Ärztin in Hamburg erstmal verdauen und ein paar Tage sacken lassen, denn mit dieser hatten wir ehrlich gesagt nicht gerechnet. Wir sind mit einem sehr positiven dennoch nachdenklichen Gefühl nach Hamburg gefahren. Und wir wären für ein – nein das muss nicht operiert werden – auch ohne Bauchschmerzen völlig umsonst nach Hamburg gefahren! Leider wurde uns dieser Wunsch nicht erfüllt. Aber wir sind ja auch nicht bei wünsch dir was, sondern in der knallharten Realität – die viel zu häufig eine schmerzhafte Arschbombe für uns übrig hat. Ich bin mittlerweile wieder so gefasst, das ich diese Wörter so wählen und über die Lippen bringen kann. Aber wahrscheinlich ist das einfach eine Art der Verdrängung.🥺

5:30 Uhr klingelte unser Wecker. An Tagen wie diesen schlafen die Kinder selbstverständlich länger als gewöhnlich. So lange das wir beide wecken mussten.

Gefühlt wussten unsere Kinder gar nicht was los ist und warum die Eltern vor ihnen wach waren. Verkehrte Welt. Wir versuchten alles in aller Ruhe zu erledigen, um diesen merkwürdigen und gedrückten Morgen nicht noch seltsamer für die Kids zu gestalten. Wir haben bereits am Abend zu vor alles gecheckt, ob wir alles eingepackt und vorbereitet haben. Christophs Mama war so lieb und hatte am Vortag gefragt, ob sie uns ein „kleines“ Lunchpaket vorbereiten dürfte. Puh eine Aufgabe weniger für uns:-*, vielen Dank! Wir machten uns 7 Uhr auf den Weg. Brachten Leni zu Oma & Opa, damit wir die Pummelfee nicht unnötig „mitschleppen“ müssen. Es lagen ungefähr 2,5 Stunden Autofahrt vor uns. Ben bespaßten wir mit Micky Maus Wunderhaus. Er war ein so lieber Kerl. Er aß ganz artig sein von Oma mit Liebe geschmiertes Frühstücksbrot und verteilte dabei die Leberwurst nicht nur im Gesicht. Aber was soll’s – heute durfte Ben sowieso alles. Da war Leberwurst unsere kleinste Sorge. Er erfreute sich an der Exklusivzeit mit seiner Lieblingsserie und forderte uns beim Intro immer wieder auf mit ihm die Musik zu spüren und zu tanzen.

Während unser Sonnenschein sich wahrscheinlich wie Krösus fühlte – unterhielten Christoph und ich uns über mögliche Szenarien des Tages. Wie gut es manchmal doch ist, wenn unsere Kleinsten noch nicht verstehen was wir Erwachsenen für Zeug reden! Wir waren uns einig, dass wir uns bei einer positiven Aussage – von der wir zu 90% ausgegangen sind – am Abend etwas leckes zum Abendbrot und zur Feier des Tages liefern lassen. Gleichzeitig gab es aber auch Platz, etwa 10%, für einen nicht so positiven Ausgang des bevorstehenden Termins. Wir sprachen darüber, wie wir mit dieser Wahrheit umgehen sollten. Wir sprachen relativ unbefangen dennoch ernst darüber aber die 90% bestärkten uns sehr, dass wir dieser Eventualität keinen Platz schenken brauchten. Weit gefehlt – würde man um 12 Uhr des Tages, 15.04.2020, als bittere Einsicht zugeben müssen. Wir kamen sehr gut durch, es war wenig Verkehrsaufkommen und entsprechend waren wir 60 Minuten vor unserem Termin in Hamburg am Zielort. In einer wirklich schönen Umgebung von Hamburg. Auch die Klinik machte einen wirklich hervorragenden ersten Eindruck von innen, wie von außen. Wir nahmen Alles relevante mit rein und versuchten uns erstmal zu orientieren. Es war nicht schwer, wir befanden uns mit Eintreten fast dort wo wir hin mussten. Wir gingen zur Anmeldung. Die Schwestern bzw. Sekretärin arbeiteten hinter Glasscheiben und hatten einen Mundschutz auf. Ich ging mit einem mulmigen und ehrfürchtigen Gefühl alleine durch eine Glastür in diesen Bereich. Christoph und Ben warteten draußen auf dem Gang und beobachteten mich. Wir winkten uns zwischendurch immer wieder zu. Mein armer Schatz – wenn du wüsstest weswegen wir hier sind – kam mir kurz in den Sinn während ich ihn anlächelte und zurückwinkte. Ich überreichte alle Unterlagen die wir mit hatten. Die Überweisung, die CD mit Bens Röntgenbild und Berichte (Geburt und Frühchensprechstunde) vom Krankenhaus Rostock sowie den Bericht der Humangenetik. Ich bekam alle Berichte und die CD mit dem Röntgenbild, nachdem alles eingescannt und eingelesen war, zurück. Anschließend wurde mir gesagt wo wir Platz nehmen und warten sollten…

Fortsetzung folgt…

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