Wie alles begann… Fortsetzung 18

Wahnsinn Fortsetzung 17 ist schon so lange herđŸ˜±07.12.2019. Hier die letzten Zeilen als kleiner Reminder bevor ihr hier weiterlest. „Aber wir mussten ihn mit den genannten Maßnahmen wach halten, immer wieder zum Trinken drĂ€ngen und keine gemĂŒtliche AtmosphĂ€re – wie man es sich eigentlich als Mama und Papa wĂŒnscht – schaffen. Wir mussten unseren kleinen, schwachen und sehr dĂŒnnen Schatz immer wieder „Àrgern“, so fĂŒhlte es sich manchmal an auch wenn wir tief in uns wussten, das es nur zu seinem Besten war. Nach diesen knapp 5 Tagen zu Hause, half aber immer weniger. Wir brauchten fĂŒr 40 ml 1 geschlagene Stunde. Und Ziel waren 80 ml. Ihr könnt euch denken wie es in uns aussah. Die Anspannung stieg wieder und die Stimmung sank.“

Und nun gehts weiter …. 😊. Ben wirkte auch irgendwie erneut etwas gelb. Wir versuchten uns sein schwaches Trinkverhalten mit dem eventuell fĂŒr Ben zu anstrengenden Wochenende zu erklĂ€ren. Das Stillen kostete Ben wieder so viel Kraft, das ihm diese fĂŒr die Flasche nicht mehr ausreichte.

Aber er musste Trinken, sonst konnte er auch nicht zunehmen, was fĂŒr ihn unheimlich wichtig war. Man versuchte uns zu beruhigen, uns wurde auf behutsame Art und Weise mit ganz viel Geduld und EinfĂŒhlungsvermögen erklĂ€rt, das Ben ein FrĂŒhchen ist und aktuell eigentlich noch 3 Wochen bis zum Entbindungstermin hĂ€tte. Er darf also fĂŒr alles noch etwas Zeit brauchen. Wir sollten etwas Nachsicht haben und natĂŒrlich trĂ€gt auch die Diagnose Trisomie 21 zu dem momentanen Umstand bei. Das Bens Haut etwas gelblich schimmerte war aber auch Fakt, das konnte auch nicht „schön geredet werden“ und wir ahnten was das bedeuten sollte. All unsere BemĂŒhungen die Mahlzeiten genauestens einzuhalten, Bens Gewicht im Auge zu behalten sowie zu notieren, viel mit ihm raus an die frische Luft zu gehen halfen uns in dieser Situation keinen Meter weiter. Es war so deprimierend und wir fragten uns, was wir falsch machen. Selbstzweifel bringen in dieser Situation natĂŒrlich gar nichts aber sie schleichen sich mit den Augenblicken, Stunden und Tagen einfach und heimlich ein, ob man will oder nicht. Und der Optimismus den man versucht fĂŒr sich zu buchen und zu verankern, ist irgendwann aufgebraucht. Wie unbefriedigend diese Einsicht ist, kann ich also gar nicht in Worte fassen. Wir wollten doch einfach nur mit unserem Baby die erste Zeit, die Kennenlernzeit, von der Jeder sprach die so toll sein soll, zu Hause genießen, mit unserem Baby. Ohne Ängste und stĂ€ndige Fragezeichen. Wir waren unsicher und wir hatten einfach Bedenken das, wenn wir jetzt nicht in die Klinik fahren, wir uns VorwĂŒrfe machen wĂŒrden, fĂŒr den Fall das es doch brenzlige ist als wir dachten. Wir sind Eltern, keine Ärzte, wir sind emotional und viel zu sehr mit unserem Herzen dabei. Wir können nicht einschĂ€tzen was medizinisch richtig oder falsch ist in diesem Moment – also wĂ€hlten wir den einzig vernĂŒnftigen Weg und fuhren in die Klinik. Ich saß hinten bei Ben. Er schlief in seiner Babyschale – wie immer. Ich beobachtete ihn mit ernstem Blick und hoffte einfach nur das ich ihn wieder mit nach Hause nehmen darf.

Wir mussten nicht lange warten bis eine Ärztin zu uns kam. Es war „idiotischerweise“ irgendwie bisschen wie nach Hause kommen. Gewohnte Umgebung, unverĂ€nderte GerĂ€usche, gleiche GerĂŒche, tolle Schwestern und Ärzte. Trotz Angst Ben in der Klinik lassen zu mĂŒssen, war auch eine gewisse Ruhe in uns, denn wir wussten das er nirgendwo besser aufgehoben wĂ€re als hier! Die Ärztin, sie kannte Ben natĂŒrlich, untersuchte ihn ausgiebig. Bens Bilirubinwert (Gelbwert) lag bei 212. Was fĂŒr ein Segen diese heutige Technik ist, unglaublich – es war nicht mal ein piksen oder Ă€hnliches notwendig. Es wird ein GerĂ€t an die Stirn des Kindes gehalten und dieses spuckt einen Wert aus. Die Ärztin bestĂ€tigte Bens geblichen Teint! Sein Wert bewegte sich aber im Normbereich. Was fĂŒr eine Erleichterung. Wir sollten ihn natĂŒrlich weiterhin im Auge behalten und bei AuffĂ€lligkeiten wiederkommen. Uns wurde ein GefĂŒhl der Sicherheit gegeben das uns beruhigt nach Hause fahren ließ. Was waren wir happy, dass wir Ben nicht in der Klinik zurĂŒcklassen mussten.

Ich hab mich als werdende Mama damals ja auf einiges eingestellt. Wenig Schlaf, viele volle Windeln, auch mal etwas Stress, viel Zeit zum Kuscheln, Meilensteine beobachten, auf die Jahre gerechnet wird der Nachwuchs einiges kosten🙊 usw., aber mit diesen Ängsten und Emotionen habe ich bei Weitem nicht gerechnet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s