Throwback Reha / Part 1 11.12.2018-19.01.2019

Heute ist es genau ein Jahr her. Vor einem Jahr sind Ben und ich (und LeniđŸ˜Šâ€ïž) Richtung Brandenburg zur Reha gefahren.

Das das ĂŒberhaupt noch geklappt hat bevor Leni geboren wurde, grenzt schon fast an ein Wunder! Es hat mich allerdings auch nicht zu sehr verwundert, bei all den anderen Erfahrung die wir bereits gemacht hatten. Also haltet euch fest, den Antrag hab ich Mitte Mai 2018 gestellt. Und jetzt kommt ihr.

Wir bekamen die Aufforderung einen Ă€rztlichen Befundbericht ausfĂŒllen zu lassen. Das haben wir erledigt und entsprechend wieder zurĂŒckgeschickt. Das genaue Datum kann ich euch nicht sagen, aber ich war sehr zĂŒgig bei Bens KinderĂ€rztin. Wir bekamen eine RĂŒckmeldung. Das unser Antrag eingegangen ist und das er schnellstmöglich bearbeitet wird. 5 Tage spĂ€ter erhielten wir die folgenden Zeilen.

Ja, ich musste mich erstmal setzen. Das mein Kind entsprechende BeeintrĂ€chtigungen hat war und ist mir bewusst, aber diese Standardabsage schlĂ€gt dem Fass den Boden aus! Ich war ĂŒberrascht und zugleich schockiert ĂŒber die Argumentation.

FĂŒr uns stand fest, das wir dagegen vorgehen werden. Wir mussten nur noch die passenden Worte finden. Am 09.08.2018 schickten wir unseren Widerspruch weg und dieser hatte es in sich. Ich habe unsere Sichtweise ziemlich deutlich zur Sprache gebracht und das wir es eine bodenlose Frechheit finden was hier gerade passiert. Das wir Eltern alles versuchen, um unser Kind frĂŒh zu fördern und zu rehabilitieren, um seine individuellen Potentiale ausschöpfen zu können, um Ben ein möglichst eigenstĂ€ndiges Leben mit AusfĂŒhrung eines Berufs ermöglichen zu können. Und dann kommt da so eine Absage die sinngemĂ€ĂŸ zum Ausdruck bringt das alles zwecklos wĂ€re?! Wir haben in unserer EnttĂ€uschung und mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch ziemlich direkt zur Sprache gebracht, dass wir ĂŒberlegen mit der uns zugeschickten EinschĂ€tzung unseres Kindes (von Jemandem der unser Kind nicht einmal kennt) an die Öffentlichkeit zu gehen, um auf gewisse MissstĂ€nde aufmerksam zu machen und um mit einseitigen Vorstellungen was es bedeutet das Down Syndrom zu haben aufzurĂ€umen. Wir haben beschlossen uns nicht von vorgefertigten Standard-SĂ€tzen abwimmeln zu lassen.

Ja und was meint ihr ist dann passiert?! Eine ganze Weile erstmal nichts. Ihr erinnert euch, am 09. August hab ich den Widerspruch verschickt, am 21. September habe ich hinterher telefoniert. Man teilte mir mit, das Widerspruchsverfahren lĂ€nger dauern als der erste Bescheid. Beim Erstbescheid gibt es ĂŒbrigens eine Antwortfrist die die Institution einhalten muss – falls diese verfĂ€llt ohne eine Antwort erhalten zu haben – gilt der Antrag automatisch als bewilligt. Bei einem Widerspruch und dem folgenden Schriftverkehr gilt diese Frist dann nicht mehr. Am 25.09.2018 erhielten wir aber ein Schreiben mit der Bewilligung einer Reha fĂŒr Ben ĂŒber 4 Wochen. HĂ€, was war denn nun los? Vorher wurde doch ganz klar und eindeutig argumentiert das eine Reha fĂŒr unseren Sohn nichts bringt. Da kann man mal sehen, das man es einfach versuchen muss und sich nicht ohne einen Versuch aufs Abstellgleis schieben lassen sollte. Es ist doch eine Masche der Institutionen alles im ersten Gang abzulehnen, weil es genĂŒgend Eltern gibt, die sich davon beeindrucken lassen oder nicht genau wissen wie sie damit umgehen sollen – was sie tun sollen und es somit sein lassen. Traurige Gesellschaft – traurige RealitĂ€t – traurig fĂŒr die Inklusion die es einfach nicht einfach hat in unserer Gesellschaft.

Lasst euch nicht unterkriegen, egal bei was, ich meine auch bei allen anderen Dingen im Leben! Es lohnt sich immer zu kÀmpfen.

Zitat: „Wer kĂ€mpft kann verlieren, wer nicht kĂ€mpft hat schon verloren.“ (von einer unbekannten Person) Packen wir es also an.

2 Gedanken zu „Throwback Reha / Part 1 11.12.2018-19.01.2019

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