Wie alles begann… Fortsetzung 16

Dieses „kleine“ Accessoire sollte uns fortan für eine lange Zeit in einfach JEDER Alltagssituation begleiten, denn Ben sollte 24 Stunden am Tag damit überwacht werden.

Der erste Tag mit diesem Gerät zu Hause war eine Katastrophe! Mehr als 1000 Tode sind wir gestorben. Es hatte wirklich nicht viel gefehlt und Christoph und ich hätten das Gerät entsorgt. Es ist nicht anfällig oder zu sensibel. Sagte man uns. Fehlalarme sind eher die Ausnahme und selten. Sagte man uns… . Sagte uns der Technik-Mann – der für Ben einen Plüschtierlöwen als Geschenk zum „kleinen“ Accessoire dabei hatte. Kaum waren wir zu Hause ertönte das erste Piepen und uns rutschte das Herz in die Hose. Panik machte sich in uns breit. Oh mein Gott was ist mit Ben. Hastig und kopflos stürmten wir zu ihm. Wir schauten ihn uns genau an, das war der erste Eindruck den wir uns in solchen Situationen verschaffen sollten. Er schlief, ganz friedlich, atmete er noch? Hatte sich Bens Hautfarbe bläulich gefärbt? Oder warum gab es den Alarm?? Wir drückten die Taste die uns gezeigt wurde, um den Alarm auszustellen. Wir starrten auf den Monitor und die darauf hoch und runter gehenden Zahlen. Sauerstoffsättigung, Herzschlag, Puls. Wenn sich die Werte innerhalb einer bestimmten Zeit nicht wieder einpegelten – ertönte der Alarm erneut. Uns wurde ganz schwindelig vor Hilflosigkeit und Angst. Da sind wir diesen Moment so oft in unserem Kopf durchgegangen und wollten ruhig bleiben und einen kühlen Kopf bewahren, um nichts falsch zu machen und dann ist er da dieser Moment. Und nichts ist so passiert wie wir es uns vorgenommen haben – weil es eine absolute Ausnahmesituation war. Es machte uns ganz wahnsinnig, dass wir nicht einschätzen konnten was passiert war. Was hat den Alarm ausgelöst? Ich setzte all meine Hoffnung in Christoph, ich hoffte dass er sich gemerkt hatte was zu tun ist – ich war ehrlicherweise kopflos, ich konnte vor Nervosität keinen klaren Gedanken fassen – zu groß war die Furcht das tatsächlich etwas mit Ben nicht stimmte. Theorie und Praxis liegen in solchen Situationen soweit auseinander wie der Nord- und Südpol! Wir wollten uns im Laufe der Zeit daran gewöhnen… wir versuchten es wirklich aber man gewöhnt sich niemals daran, wenn bei seinem Kind ein Alarm erklingt!

Es gab eine Skalierung die die Dringlichkeit von Alarmen widerspiegelte. Dieser dröhnende Dauerton mit roter Leuchte… er löste ein unbeschreibliches Gefühl der Hilflosigkeit und purer nackter Angst in uns aus. Um die Überwachung überhaupt durchführen zu können, gab es einen Sensor mit Kabel.

Diesen mussten wir mittels einem Art Pflaster, welches zur Ausstattung des Sensors gehörte, um Bens winzigen Fuß wickeln. Und zwar mit dem nötigen, richtigen „Druck“ damit die Werte gemessen werden konnten, aber auch nicht zu fest. Nicht das wir ihm etwas abschnüren. Und immer mal wieder das Füßchen wechseln. Beim Entfernen des Sensors, um z.B. mit Ben baden gehen zu können, mussten wir sehr behutsam sein. Wir wollten ihn, seine sanfte, dünne Haut nicht verletzten oder ihm gar wehtun. Dieses Zeug klebte so dermaßen. In der Klinik war das alles etwas einfacher, da konnte Ben mit den Sensoren gebadet werden.

Die Forschung und Entwicklung ist an diesem Thema dran und erste Testphasen für kabel- und klebfreie Sensoren liefen auch bereits. Es würde so vieles einfacher machen.

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