Wie alles begann… Fortsetzung 10

… Und wir bekommen noch in der Klinik einen Reanimationskurs für Kinder, ohne diesen dürfen wir das Krankenhaus mit Ben nicht verlassen… .

In der Zwischenzeit hat Ben Noah übrigens sein Zimmer und Bettchen gewechselt. Die ersten Tage nach seiner Geburt hatte er in einem sogenannten Wärmebettchen gelegen. Diese benötigen die späten Frühchen, da sie ihre Körpertemperatur noch nicht selbstständig halten und regulieren können. Bitte nicht mit einem Inkubator verwechseln – hier werden sehr frühe Frühchen aufgepäppelt. Jetzt lag Ben bereits in einem ganz „normalen Bett“ für Neugeborene. Dies war schon einmal ein super Anzeichen in Richtung Entlassung. Und auch der Zimmerwechsel deutete Großes an. Die Kinder die ein neues Zimmer Richtung Ausgangstür beziehen können, dürfen sich auf ein baldiges Verlassen der Station freuen. Es standen also alle Zeichen auf – zu Hause.

Nun war es auch an der Zeit unsere Nachsorgeschwester kennenzulernen. Für Frühchen wie Ben Noah die mit Monitor entlassen werden, werden sogenannte Nachsorgeschwestern über „Pro-Fil Kindernachsorge gGmbH“ für die erste Zeit zu Hause „gestellt“. Das ist wirklich eine ganz großartige wie sinnvolle Sache und hat uns persönlich unheimlich dabei geholfen, in aller Ruhe und ohne Ängste nach Hause und in den Alltag zu finden. Diese sozialmedizinische Nachsorge übernehmen überwiegend die ausgebildeten Kinderkrankenschwestern – diese Fachkräfte benötigen für die Nachsorge zu Hause keinerlei Zusatzausbildung. Diese Arbeit wird in der Freizeit, sprich nach Feierabend und ohne Freistellung vom eigentlichen Job, durchgeführt und hat mit dem Klinikalltag rein gar nichts zu tun. Sie machen das, weil sie Menschen einfach gerne helfen und diese Aufgabe als ihre Passion ansehen. Wenn sie ihre Stationsdienste beendet haben, besuchen sie die Familien die Ihnen zugeteilt wurden. Diese Stunden, bei uns waren es 20 an der Zahl, werden bei der jeweiligen Krankenkasse, bei der das Kind versichert ist, beantragt. Hierbei wurde uns durch die Ärzte der Station zu 100 % unter die Arme gegriffen. Sie haben diesen Antrag mit ihren fachlichen Ausführungen für uns gestellt und uns darauf vorbereitet, das im ersten Step häufig eine Ablehnung folgt. Sie baten uns, das wir uns davon niemals, weder jetzt noch bei zukünftigen Situationen & Antragstellungen, entmutigen lassen sollen. Wir können uns heute nicht mehr erinnern, ob gleich eine Zusage oder erst eine Ablehnung kam. Fakt ist, wir haben die Bewilligung für unsere gute Fee bekommen. Das war übrigens der erste Moment in dem wir bemerkt haben, welche Schwierigkeiten einem die liebe Krankenkasse – keine Angst wir werden hier keine benennen – bereiten kann, wenn sie etwas nicht unterstützen bzw. zahlen will🤨. Oh wir können euch Geschichten erzählen… zur Krankenkasse, Pflegegrad, Rehaantrag und Ämtern – unglaublich sag ich euch – aber die kommen vielleicht später!

 

2 Gedanken zu „Wie alles begann… Fortsetzung 10

  1. Hallo. Mit großem Interesse lese ich eure Berichte. Aus eigener Erfahrung kann ich es nur bestätigen,wie schwierig und zermürbend diese Bürokratie ist.Niemand konnte uns damals wirklich helfen. Erst durch einen Aufenthalt in einer Rehaklinik in Pelzerhaken ging es voran. Das war eine große Hilfe für uns. Die Kinderklinik hat erst nach mehrmaligen Nachfragen reagiert und uns dorthin überwiesen.Dort wurde uns sehr geholfen.So kurz nach der Wende gab es vieles noch nicht. Internet schon gar nicht.Wir haben uns durchgekämpft.Und tun es immer noch. Meine Tochter ist am 3.10.1990 geboren. Diesen Tag hat sie sich ausgesucht.Aber trotz aller Schwierigkeiten bin ich froh das mein Kind nach der Wende geboren wurde. Alle Unterstützung und Therapien,Betreuungen wären sonst nie möglich. Und Marie könnte vieles wahrscheinlich nicht. Bin sehr gespannt auf weitere Berichte.

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    • Liebe Anette,
      danke für deinen Kommentar!
      Wir freuen uns, das du uns so treu bist.
      Wir sind sehr dankbar über die Hilfe und Unterstützung die wir erfahren haben. Sonst wären wir ganz sicher auch verloren gewesen! Es hat sich sichtlich schon einiges getan. Ich hoffe sehr, das deine Marie alle möglichen Therapien etc. erhalten hat und sich somit optimal und maximal entwickeln konnte! Ganz lieber Gruß

      Gefällt 1 Person

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