Wie alles begann… Fortsetzung 5

… stillen, schaffen wir das?

Mit dem Abpumpen funktionierte nun alles, mal besser, mal bisschen schlechter – aber es ging voran. Jetzt stand uns der wirklich schwierige Teil bevor. Thema Hypotonie und stillen.

Diese beiden Wörter passen so gar nicht zueinander. Die Hypotonie kann unter anderem bedeuten das der Mundschluss nicht richtig funktioniert, die Zunge ist zu schlapp und der Gaumen spielt auch eine Rolle. Die Stillschwester begleitete mich auf die Neonatologie. Ich war ganz aufgeregt und versuchte mich nicht so unter Druck zu setzen. Nun hatte ich Ben in meinem Arm und wir starteten unseren ersten Versuch.

Leider wurde ich schnell wieder geerdet und meine Vorfreude schwand dahin. Es wollte einfach nicht klappen. Das Problem war dieser angesprochene schlaffe Muskeltonus. Ben fehlte einfach die Kraft und wir hatten Probleme das seine Zunge die richtige Position fand. Immer wieder „klebte“ sie an seinem Gaumen.

Okay, es war der erste Versuch. Der zweite wird folgen. Auch beim nächsten Mal klappte es einfach nicht, immer wieder versuchte die Stillschwester Bens Kopf, Mund und Zunge mit meiner Brust in die richtige Position zu bringen. Wir wollten ihn nicht zu sehr damit stressen und vertagten. Ich war sehr geknickt, jetzt funktionierte das mit der Milch aber ich schaffte es nicht mein Kind zum Trinken zu bekommen. Bei den nächsten Versuchen kamen Stillhütchen zum Einsatz. Der Mund von Ben war aber so klein das wir erstmal die richtige Größe finden mussten. Es schien jetzt besser zu klappen, wieder versuchte die Stillschwester Ben und mich zusammenzubringen. Ich war so happy als Ben am 26.01.2017 tatsächlich die ersten 25 g zu sich nahm. Woher ich das mit den 25 g so genau weiß – Ben wurde vor und nach jedem Trinken gewogen. Allerdings blieb es auch für diesen Versuch bei den 25 g, aber wir wussten nun, das es eine Chance gab. Jetzt nicht aufgeben war die Devise! Was mich an dieser Situation sehr berührte, die Stillschwester hat vor Rührung und Begeisterung sogar Tränen vergossen. In dem Moment wurde mir bewusst, das sie – mein Fels in der Brandung – vielleicht auch einen Moment daran gezweifelt haben könnte, das wir es schaffen. Sie meinte es ist ein kleines Wunder das Ben das hinbekommen hat, vor allem weil er auch ein Frühchen war. Das ist keine Selbstverständlichkeit! Ich bin so dankbar, das sie nicht aufgegeben hat und diese Phase mit mir durchlebt und mir zur Seite gestanden hat!

Der Weg war also geebnet… jetzt hieß es durchhalten & geduldig sein. Durch die Hypotonie fiel es Ben sehr schwer lange zu trinken. Es gingen immer nur ein paar Schlucke, dann ist er völlig erschöpft eingeschlafen, den Rest gab es dann aus der Flasche. Immer wieder mussten und sollten wir ihn mit drücken bestimmter Punkt oder reiben des Rückens zum Wachbleiben und Weitertrinken animieren. Jede Mahlzeit dauerte unwahrscheinlich lange, aber wir hatten ja alle Zeit der Welt. Ohne Stillschwester verzweifelte ich an einigen Tagen am eigentlichen Anlegen – zum Glück waren die Schwestern der Station zur Stelle und haben ebenfalls mit viel Liebe, Zuversicht und Geduld alles versucht um Ben und mich zusammenzubringen. Die Zunge, immer wieder ging die Zunge zum Gaumen… aber zusammen schafften Ben und ich diese Hürde💪❤️.

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