Wie alles begann… Fortsetzung 2

… ich konnte endlich im Rollstuhl Platz nehmen.

Gegen 12 Uhr sind Christoph und ich gemeinsam das erste Mal hoch auf Station 7 zu unserem Sohn gefahren. Ich war so aufgeregt und es konnte mir gar nicht schnell genug gehen. Auf der Neonatologie angekommen mussten wir uns erst einmal die Hände desinfizieren. Christoph schob mich den Gang entlang. An jeder Tür an der wir vorbei kamen piepste es immer mal wieder hektisch. – Dieses piepsen werden Christoph und ich niemals vergessen. Selbst wenn wir heute nach über 2,5 Jahren an Türen im Krankenhaus vorbei gehen und dieses Geräusch vernehmen, zucken wir immer noch zusammen und schauen uns an. –

Wir mussten ein ganzes Stück laufen. Wir kamen an diversen Bildern und Danksagungen die an den Wänden hingen vorbei. Ich habe vor Nervosität nur wenig davon wahrgenommen aber bei den folgenden Gängen über diesen Flur schweifte mein Blick immer über sehr berührende und teilweise unfassbare Geschichten. Oben an der Decke waren Monitore zu sehen auf denen Zimmer und die dazugehörigen Vitalwerte zu sehen und zu hören waren. Ich weiß nicht wie die Schwestern und Ärzte diese Geräusche tagtäglich ertragen können und trotz manchmal brenzlichen Situationen so einen kühlen Kopf bewahren. Endlich hielten wir vor einer Tür. Christoph schob mich durch diese direkt auf mein Kind zu. Da lag er nun mein Fleisch und Blut, mein Sonnenschein. So klein, schlafend, friedlich und so zerbrechlich. Ich habe mir diesen Moment so herbei gesehnt. Es war ein ganz wunderbares Gefühl der Erleichterung und voll Glück!

Unser erstes Wiedersehen nach der Geburt.

Ich war in diesem Moment, und bin es bis heute, einfach nur verliebt in dieses Kind. Ich denke Bilder sagen mehr als tausend Worte. Gerade bei Frühchen wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass sie schnell und vor allem viel Körperkontakt mit den Eltern bekommen. Bei diesem sowie jedem folgenden Besuch auf der Neo, hieß es Kuschelzeit. Auch wenn uns ein Kennenlernen unter etwas ruhigeren und intimeren Umstände lieber gewesen wäre, genossen wir auch so die Zeit mit Ben Noah. Die Schwestern und auch die Ärzte waren alle so lieb und herzlich zu Ben, wir wussten das er auf Station 7 gut aufgehoben war und dank dieses Wissens fiel uns der ständige Abschied etwas leichter. Aber bevor wir die Station wieder verließen durfte auch der Papa, der vor Glück und Stolz platze, einen sehr innigen Moment mit Ben genießen.

Da lag er nun endlich auch bei seinem Papa auf der Brust und beide genossen diesen magischen Moment. Auch für mich als Mutter und Ehefrau war es ein super schönes Bild! Ich war so froh und erleichtert das auch Christoph so gar keine Berührungsängste zeigte. Die anfänglichen und total nachvollziehbaren „Bedenken und Ängste“ hatten sich in Luft aufgelöst!

Danke mein Sohn das du uns das gelehrt hast. Du und auch seit 4 Monaten deine kleine Schwester, ihr bereitet uns so viel Spaß und macht uns glücklich und zu so viel besseren Menschen!!! Wir lieben euch über alles. In solchen Momenten im Leben spüre ich tatsächlich was wirklich wichtig ist. In diesem Sinne allen eine schöne Zeit und nutzt den Zeitpunkt doch jetzt einmal und zeigt euerm Gegenüber wie gern ihr ihn oder sie habt❤️.

7 Gedanken zu „Wie alles begann… Fortsetzung 2

  1. Hallo! Ich verfolge auch den Blog über Ben. Und kann sagen, ich bin froh, diesen kleinen Jungen kennengelernt zu haben! Es macht unheimlich viel Spaß mit Ben zu arbeiten, ihn zu beobachten und ihn vor allem herauszufordern! Er ist für mich und meine Arbeit als Frühförderin eine Bereicherung. LG, J. Winterstein

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    • Liebe Frau Winterstein, ganz lieben Dank für Ihre herzlichen Worte. Wir sind sehr dankbar für Ihre wertvolle Arbeit und schätzen ihre liebevolle Betreuung sehr. Auch durch die Unterstützung die wir durch jeden einzelnen Therapeuten für Ben bekommen, ist er heute da wo er ist! Es ist so wichtig frühzeitig mit der Förderung in jede Richtung zu beginnen. Dank Vieler, zu erst fremder Menschen heute gehören sie ALLE zu Bens Leben😊, haben wir gemeinsam seinen Weg geebnet. Es wird ein ewiges „an sich Arbeiten“ für Ben bedeuten und gerade deswegen ist es besonders wichtig so treue, professionelle, liebevolle und verständnisvoll Personen um ihn zu wissen. Dieser Text gilt auch unserer lieben Katharina, leider musste sie Bens Betreuung abgeben, dieses Thema werde ich in diesem Blog zu einem späteren Zeitpunkt aufgreifen. DANKE

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